Es war mal wieder Zeit einige Virtuelle Maschinen zu testen.
Wir setzen zur Zeit VMWare Server 1.x ein welcher auf einem Windows 2003 Server x64 läuft.
Ansich gibt es hierbei nichts weiter auszusetzen, allerdings stellen sich die Zukunftsaussichten nicht so prickelnd dar da Windows Server 2008, Windows Vista / 7, .. nicht wirklich unterstützt werden.
Somit habe ich mir mal ein Paar andere VM’s angesehen:
VirtualBox
VirtualBox war nicht mit dabei da es aus vergangenen Tests mit schlechter Festplatten Performance glänzte. Wobei es ein paar lustige Desktop Features hat. Man konnte zBspl. einzelne Fenster aus der VM in seinen Desktop holen. Sehr schick – kannte ich nur vom hören sagen von Paralleles.
Xen
Xen hatte ich in Erinnerung das es OpenSource und auch kostenlos ist. Fein. Dummerweise gibt es dazu keinerlei Windows GUI womit man die VM’s auf einfache und intuitive Weise konfigurieren kann.
Citrix XenServer
In einem Xen IRC Kanal wurde mir dann der Citrix XenServer empfohlen. Der wirkte sehr nett, hatte eine intuitive Windows GUI und anscheinend einige Features von größeren VM’s. Allerdings wirkte Citrix Xen nicht wirklich fluffig was die Konsole eines Windows Gastes anging.
Wirklich intensiv hab ich das ganze dann nicht getestet.
VMWare Server 2.x
Ist schlimm – zumindest die GUI.
Browser gesteuertes Javascript Kungfu.
Furchtbar.
Und der Tomcat Webserver saugt sinnlos Arbeitsspeicher und andere Ressourcen.
Microsoft Server 2008 – Hyper-V
Microsoft bietet ab Server 2008 einen eigenen Hypervisor an. In Deutschland gibt es soweit ich weiß Versionen mit und ohne Hyper-V zu einem Aufschlag von wenigen Euro. Ist vermutlich irgendein Regularium der EU.
Den gibt es als eigenständigen und darauf reduzierten kostenlosen Server zum Download.
Im “normalen” Server 2008 gibt es den Hyper-V Manager. Der grafisch ähnlich vSphere ist. Hier gibt es nichts weiter zu sagen, funktioniert und Performance ist gut. Wirklich tief greifend getestet habe ich das ganze nicht.
Ich erinnere mich dunkel mal einen Bericht im Fernsehen gesehen zu haben in dem Microsoft – Forscher (irgendeiner Schweizer UNI) beauftragt Mathematisch zu beweisen das der Hyper-V Server Fehlerfrei ist. Was auch immer das heißt. Eine Quelle dazu habe ich natürlich nicht zur Hand.
VMWare ESXi
Letztlich bin ich bei VMWare – ESXi hängen geblieben da wir ansich schon immer VMWare nutzen.
Die Installation verlief absolut problemlos und ist vermutlich die Beste Installationsroutine die ich bisher gesehen hab. Nach dem bestätigen von einigen Dialogen (Lizenzvereinbarung, Zielfestplatte, ..) war er fertig. Kein nerviges Rumkonfigurieren. Sehr schick.
ESXi fungiert als eigenständiger Server, technisch ist es zwar ein Linux mit VMWare Kernel, aber nach außen kann man mit der Kiste nicht viel anfangen (Kein Dateiserver, etc..).
Zum Konfigurieren braucht es vSphere, was einiges an Geld kostet.
vSphere ansich ist recht übersichtlich aufgebaut, allerdings sind einige wichtige Dinge nicht intuitiv. Das hinzufügen von zBspl. Lizenzen verbirgt sich im allerletzten Winkel.
Im Gegensatz zu VMWare Server 1 gibt es “Datastores”. Ein Datastore kann entweder eine Festplatte oder eine NFS Freigabe sein. Da wir in unserem Windows Netzwerk kein NFS haben ist das schonmal nicht so toll. Hier wäre das Einbinden von CIFS (Windows Freigaben) wirklich super – geht aber nicht.
Um also ISO Images auf das Datastore zu bekommen muss man diese Mühsam “hochladen”.
Ansonsten ist die Performance im Rahmen der Hardware Einschränkungen (zBspl. habe ich kein RAID5 aus SAS Platten) gut.
VMWare Converter
Ein ganz großer Vorteil von VMWare ist der VMWare Konverter. Ein grandioses Stück Software mit dem man Systeme (im Live-Betrieb) zu einer VMWare konvertieren bzw. kopieren.
Sowas habe ich von anderen Herstellern noch nicht gesehen.
Richtig gut wäre es wenn man eine Virtuelle Maschine zurück auf einen realen PC kopieren könnte.
Haupt-Nachteil: Backup, Verwalten von Dateien
Hier mein Haupt Kritikpunkt im Vergleich zu VMWare Server 1.x:
Wie schon erwähnt kommt man an die Dateien (VM’s, ISO Images, ..) nicht ohne weiteres ran.
Es gibt zwar einen hinterschlierigen Hack um einen SSH Server auf dem ESXi an den Start zu bekommen aber wirklich intuitiv und Windows GUI-Like ist das nicht.
Das heißt: Man kann weder VMWares kopieren (es gibt keine Vorlagen), man kann kein Backup machen, man kann keine ISO Images draufspielen.
Wie gesagt, geht zwar schon – aber umständlich. Das hätte man anders Lösen sollen.
Gernell sei zu erwähnen das mein Hauptproblem die Performance der Festplatten ist.
Das lässt sich nicht wirklich durch eine bessere VM-Lösung regulieren. Wenn ich beispielsweise 2x Windows auf der gleichen Festplatte parallel installiere wird’s arg träge. Hier braucht es dann ordentliche Hardware Lösungen (SAS oder SATA Raid).
Fazit
Bis wir eine Entscheidung zum Umsteigen treffen (müssen) kommen für mich für spätere Tests nur VMWare ESXi, Microsoft Hyper-V sowie Citrix XenServer in Frage.
Aber ansich will ich VMWare Server 1 mit Support für aktuelle Betriebssysteme.
Die GUI war grandios – intuitiv und simpel.
Man konnte den darunter liegenden PC für andere Dinge (miss-)brauchen (zBspl. Dateiserver).
Man konnte auf alle Dateien zugreifen (Windows Freigaben, eingelegte DVD-Images (zBspl. via Daemon-Tools), und und und . . .)
Man konnte die Virtuellen Maschinen einfach kopieren.
Man konnte die Virtuellen Maschinen einfach auf sein Notebook spielen und mitnehmen.
Es war so einfach – damals.
Oder Anders: Damals war alles besser – selbst die Zukunft. (H. Lesch in irgendeiner Alpha Centauri Sendung).